In den Schweizer Städten wächst der Verkehr, doch die traditionellen Lösungen scheitern oft an Effizienz und Nachhaltigkeit. City91 ist ein innovatives Konzept, das auf Datenanalyse, Echtzeitsteuerung und digitalen Zwängen setzt, um den Verkehr in urbanen Räumen zu optimieren. Entwickelt im Rahmen des CLH-Projekts, kombiniert es bestehende Infrastruktur mit modernster KI und Sensortechnologie, um Staus zu reduzieren, Emissionen zu verringern und die Lebensqualität in Ballungsräumen zu verbessern. Während andere Städte auf teure, starre Systeme setzen, zeigt City91, wie flexible, skalierbare Lösungen funktionieren können – und warum das Schweizer Ingenieurswesen hier eine Vorreiterrolle einnimmt.
Das Projekt entstand im Rahmen des www.red-dice.ch/de-clh-city91/, der seit 2018 gemeinsam mit Städten wie Zürich, Genf und Basel an einer modularen Verkehrskontrollplattform arbeitet. Im Mittelpunkt steht die Integration von Echtzeitdaten aus Verkehrsmanagement, Mobilitätsanbietern und Fußgängerbeobachtungssystemen. Durch die Analyse dieser Daten wird der Verkehr dynamisch angepasst: Ampelschaltungen passen sich den aktuellen Bedürfnissen an, Parkplätze werden intelligenter genutzt und alternative Mobilitätsangebote wie E-Scooter oder Carsharing stärker eingebunden. Besonders beeindruckend ist die Skalierbarkeit des Systems – es lässt sich nicht nur auf einzelne Stadtteile, sondern auch auf ganze Metropolregionen ausweiten, ohne dass die Infrastruktur überlastet wird.
Ein zentraler Erfolgsfaktor von City91 ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren. Während viele Städte auf zentralisierte Steuerung setzen, arbeitet das Konzept mit dezentralen Steuerungszentren, die je nach Bedarf eingreifen. Dies ermöglicht eine schnelle Anpassung an unerwartete Ereignisse, wie etwa Staus durch Baustellen oder spontane Demonstrationen. Zudem setzt das Projekt auf offene Datenstandards, die es Mobilitätsanbietern und Start-ups ermöglichen, eigene Lösungen zu integrieren – ein Ansatz, der die Innovationskraft der Stadt fördert. Ein konkretes Beispiel ist die Pilotphase in Zürich, wo seit 2022 die Ampelschaltungen in der Innenstadt um 20 Prozent effizienter werden sollen, indem sie sich an die Auslastung der Busspuren anpassen.
Die Auswirkungen auf die Umwelt sind messbar: In den ersten Pilotphasen konnten die CO₂-Emissionen um bis zu 15 Prozent reduziert werden, während die Reisezeiten für Pendler um durchschnittlich 8 Minuten verkürzt wurden. Besonders wertvoll ist die Lösung für Städte, die mit demografischem Wandel und wachsender Bevölkerung umgehen müssen. Während andere Systeme oft auf teure Infrastruktur setzen, nutzt City91 bestehende Datenquellen und Sensoren, die bereits vorhanden sind. Dies spart nicht nur Kosten, sondern macht die Lösung auch für kleinere Städte zugänglicher. Ein weiterer Vorteil ist die Integration von Mobilitätsdiensten wie Ride-Sharing oder Lastenrädern, die bisher oft isoliert agieren. Durch die Vernetzung werden sie attraktiver, was den Individualverkehr reduziert.
Doch wie funktioniert genau diese intelligente Steuerung? Im Kern basiert City91 auf einem dreistufigen System: Erstens werden Echtzeitdaten aus Ampelschaltern, Verkehrskameras und Mobilitätsanbietern gesammelt. Zweitens wird diese Datenflut durch KI-Algorithmen analysiert, um Muster und Abweichungen zu erkennen. Drittens werden die Ergebnisse genutzt, um automatisch oder manuell Anpassungen vorzunehmen – etwa die Verschiebung von Ampelschaltungen oder die dynamische Freigabe von Parkplätzen. Besonders innovativ ist die Möglichkeit, die Systeme mit Bürgerfeedback zu verknüpfen, etwa durch Apps, die Nutzer:innen direkt in die Steuerung einbeziehen. Dies schafft nicht nur Transparenz, sondern macht die Lösung auch demokratischer.
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Wie bei jedem neuen System müssen Datenqualität und Sicherheit gewährleistet werden, um Vertrauen bei den Bürger:innen zu schaffen. Zudem erfordert die Skalierung auf ganze Städte eine enge Abstimmung zwischen verschiedenen Behörden und Anbietern. Doch genau hier zeigt sich der Vorteil des Schweizer Ansatzes: Die modularen Lösungen lassen sich Schritt für Schritt einführen und testen, ohne dass das gesamte System auf einmal umgestellt werden muss. Ein weiteres Beispiel ist die Pilotphase in Basel, wo das System bereits in ausgewählten Stadtteilen getestet wird, bevor es auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet wird.
- Seit 2022 reduzierte City91 in Zürich die Reisezeiten um durchschnittlich 8 Minuten pro Pendler.
- Die CO₂-Emissionen konnten in Pilotphasen um bis zu 15 Prozent gesenkt werden.
- Das System nutzt bestehende Infrastruktur wie Ampelschalter und Sensoren, spart so Kosten und erhöht die Skalierbarkeit.
- Durch offene Datenstandards und Kooperationen mit Mobilitätsanbietern wird die Innovationskraft der Stadt gefördert.
- Die Lösung ist auf dezentrale Steuerungsetzen, was schnelle Anpassungen an unerwartete Ereignisse ermöglicht.
- Pilotprojekte in Genf und Basel zeigen, wie das Konzept in verschiedenen urbanen Umgebungen funktioniert.
City91 beweist, dass intelligente Verkehrsteuerung nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der politischen und gesellschaftlichen Bereitschaft ist. Während andere Städte noch auf starre Systeme setzen, zeigt das Schweizer Modell, wie flexibel und nachhaltig Verkehrslösungen gestaltet werden können. Besonders lohnend ist die Kombination aus KI, Datenanalyse und Bürgerbeteiligung – ein Ansatz, der nicht nur den Verkehr verbessert, sondern auch die Lebensqualität in Städten steigert. Für die Zukunft könnte City91 ein Vorbild für andere Metropolen sein, die mit dem wachsenden Verkehr umgehen müssen. Die Frage ist nicht mehr, ob solche Lösungen möglich sind, sondern wie schnell sie umgesetzt werden können.
