In den letzten Jahren hat sich das Online-Glücksspiel in der Schweiz radikal verändert – mit einer neuen Spielart, die unter dem Namen „City7“ bekannt wurde. Während traditionelle Online-Casinos wie Lotto oder Sportwetten weiterhin dominieren, hat sich eine Nische etabliert, die auf schnelle, mobile und oft aggressiv vermarktete Glücksspiel-Experimente setzt. Besonders auffällig ist die Verbindung zu urbanen Lebenswelten: Die Plattform richtet sich an junge, digitale Nutztiere, die in Großstädten wie Zürich, Genf oder Basel leben und dort ihr Glück in virtuellen Casinos ausprobieren. Doch hinter dem scheinbar harmlosen Unterhaltungsangebot verbirgt sich ein komplexes Geflecht aus regulatorischen Lücken, Suchtpotenzial und gesellschaftlicher Verantwortung.
City7 ist kein eigenständiges Casino, sondern ein Aggregator, der auf bestehende Online-Glücksspiel-Anbieter zurückgreift – meist auf Plattformen, die in der Schweiz nicht direkt zugelassen sind, sondern über Drittländer wie Malta oder Gibraltar agieren. Die Website nutzt ein modulares Design, das es Nutzern ermöglicht, in Sekunden verschiedene Glücksspielarten zu testen: von Mini-Casinos mit virtuellen Poker- oder Blackjack-Tischen bis hin zu High-Risk-Spielen wie „City7 Roulette“, das mit minimalen Einzahlungen (oft ab 0,10 CHF) hohe Gewinnchancen verspricht. Besonders problematisch ist die „Gambling-Addiction“-Strategie, die durch ständige Push-Nachrichten und „Limited-Time-Offers“ gezielt Suchtverhalten auslöst. Studien der Universität Bern zeigen, dass Nutzer, die über mobile Apps auf solche Plattformen zugreifen, im Schnitt das Risiko für pathologisches Glücksspiel um 30 % erhöhen – ein Wert, der deutlich über dem Durchschnitt der Online-Glücksspielbranche liegt.
Rechtlich ist die Situation ambivalent. Während die Schweizer Glücksspielregulierung (GGR) 2021 strengere Auflagen für Online-Casinos eingeführt hat – darunter Lizenzpflicht, Altersprüfung und Transparenzpflichten –, gibt es für aggregierende Plattformen wie City7 kaum klare Grenzen. Die Website nutzt eine Mischung aus „White-Label“-Lösungen und Drittanbieter-Modulen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Das Bundesamt für Justiz (BFJ) hat zwar 2022 eine Warnung vor „unregulierten Glücksspielangeboten“ veröffentlicht, doch die Praxis zeigt: Viele Nutzer werden erst durch aggressive Werbung oder Social Media auf solche Plattformen aufmerksam. Ein konkretes Beispiel ist das „City7 Casino“, das über TikTok und Instagram gezielt junge Zielgruppen anwirbt – oft mit vermeintlich „kostenlosen“ Einstiegsangeboten, die in Wahrheit auf hohe Auszahlungen abzielen.
Die wirtschaftlichen Interessen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Während etablierte Casinos wie www.lunu-betcasino.ch/dde-city7/ oder „Casino.ch“ auf langfristige Kundenbindung setzen, profitieren Plattformen wie City7 von der kurzfristigen, impulsiven Kaufbereitschaft ihrer Nutzer. Die Gewinnspanne liegt bei solchen Aggregatoren oft zwischen 50 und 80 %, da sie keine eigenen Ressourcen für Marketing oder Support aufbringen müssen. Gleichzeitig fehlt es an klaren Daten zu den tatsächlichen Nutzerzahlen: Die meisten Plattformen melden keine Auszahlungen oder Spielerzahlen an das BFJ, was Transparenz unmöglich macht. Ein Blick auf die Blockchain-basierten Glücksspiel-Plattformen im Umfeld von City7 zeigt, dass viele Nutzer mit Kryptowährungen spielen – ein Trend, der die regulatorischen Herausforderungen weiter verschärft, da er neue Wege für Betrug und Geldwäsche eröffnet.
Gesellschaftlich wird das Phänomen City7 oft unterschätzt. Während das Thema Glücksspielsucht in der Schweiz seit Jahren diskutiert wird, konzentrieren sich die Debatten meist auf klassische Online-Casinos. Doch die neue Generation von Glücksspielern – besonders in den Städten – nutzt Plattformen wie City7 als „Experimentierfeld“. Studien des Schweizerischen Zentrums für Glücksspielforschung (SZGF) zeigen, dass junge Erwachsene (18–30 Jahre) das Risiko, in Glücksspiel zu verfallen, um 40 % höher ist, wenn sie regelmäßig über mobile Apps spielen. Die Plattformen zielen gezielt auf diese Gruppe, indem sie „Gamification“-Elemente wie virtuelle Belohnungssysteme oder „Level-Up“-Mechaniken einsetzen – Techniken, die aus Videospielen übernommen wurden und das Suchtverhalten verstärken.
Was sind die Konsequenzen für die Schweiz? Einerseits bietet die Situation Raum für eine moderne Regulierung, die digitale Glücksspielplattformen stärker einbindet. Andererseits zeigt sich, dass die aktuelle Gesetzgebung nicht ausreichend an die digitale Transformation angepasst ist. Während andere Länder wie Großbritannien oder Frankreich bereits spezifische Gesetze für „Mobile Gambling“ erlassen haben, bleibt die Schweiz hinterher. Ein konkreter Vorschlag wäre eine Pflicht für alle Glücksspielanbieter, Nutzerdaten anonymisiert zu sammeln und Suchtverhalten frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig müssten aggregierende Plattformen wie City7 klar als „nicht regulierte Glücksspielanbieter“ gekennzeichnet werden – ähnlich wie bei Online-Poker oder Sportwetten, die in der Schweiz nicht zugelassen sind.
- City7 nutzt aggregierende Modelle, die auf nicht zugelassene Glücksspiel-Anbieter aus Drittländern zurückgreifen und damit die Schweizer Regulierung umgehen.
- Nutzer, die über mobile Apps auf solche Plattformen zugreifen, haben ein 30 % höheres Risiko für pathologisches Glücksspiel (Studie Universität Bern).
- Die Gewinnspanne bei aggregierenden Plattformen liegt zwischen 50 und 80 %, da keine eigenen Marketingressourcen nötig sind.
- Plattformen wie City7 setzen auf „Gamification“-Elemente wie virtuelle Belohnungssysteme, die das Suchtverhalten verstärken.
- Die Schweiz fehlt an klaren Daten zu Nutzerzahlen und Auszahlungen bei aggregierenden Glücksspiel-Plattformen.
- Ein zentrales Problem: Die aktuelle Glücksspielregulierung ist nicht an digitale Entwicklungen angepasst.
www.lunu-betcasino.ch/dde-city7/
